Mit Wörtern Brücken bauen: Deutsch-serbisches Erzählprojekt zum „Tag der Erde“

Der internationale „Tag der Erde“ (22. April)  feierte in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag. Unter dem diesjährigen Motto „StadtNatur. Vernetzt, klimaaktiv, lebenswert – lasst die Städte blühen!“ waren  Menschen eingeladen, miteinander Visionen und  Ideen zum Schutz und zur Mitgestaltung einer lebenswerten Umwelt zu entwickeln und umzusetzen. Das geht auch dann, wenn Veranstaltungen nicht wie geplant stattfinden können. So vieles bleibt lebendig – in uns und mit uns und in vielfältigen Beziehungen zueinander. Zum Beispiel: die Freude am Erzählen und an Büchern von der Erde und von der Natur.

Denn immer schon haben sich Menschen Geschichten erzählt – auch und gerade, wenn es galt, Notsituationen durchzustehen, einander Mut zu machen und Sinnzusammenhänge für das Leben auf dieser Erde zu verdeutlichen, die selbst im Chaos und in der Bedrohung noch zu entdecken sind.

Das Erzählen – mündlich, durch Bücher überliefert oder aus dem eigenen Erleben heraus in Worte gefasst – scheint vor dem Hintergrund der aktuellen Krisenerfahrungen weltweit in vielfältiger Weise Orientierung zu geben. So jedenfalls ist es in den letzten Wochen  im Austausch mit Menschen deutlich geworden, die sich in verschiedenen Ländern für Sprach- und Erzählförderung engagieren: Wo sich Gedanken durch Geschichten ordnen, klären sich Zusammenhänge. Der Horizont wird weit – und inspirierende Bilder beflügeln die Vorstellungskraft…

Der Blick ins Freie – und ins Buch

Ausgehend von diesen Überlegungen haben sich einige von ihnen die  letzten Tage zu einer gemeinsamen kleinen Mitmach-Aktion zusammengefunden – auch über Grenzen hinweg. Den Anfang machte am 16.4. der Aufruf „Such im Buch“, mit dem dazu eingeladen wurde, in Büchern wie in der Natur Wörter zu entdecken und zu sammeln.

In Schleswig-Holstein gehört die Aktion zugleich zum Ideen-Fundus von www.nachhaltig-erzaehlen.de. Denn mehrere Büchereien engagieren sich hier bereits seit längerer Zeit für eine Sprachförderung, die Naturerleben und Erzählfreude im Alltag miteinander verbindet.

Nach wenigen Tagen umfasste das so entstandene “Wörter-Sammelsurium” bereits mehr als 30 Wörter aus allen Teilen Deutschlands wie auch aus Serbien, wo die Bibliothekarin Daniela Skokovic in Pozega per Video-Botschaft zum Mitmachen einlud und dabei half, die serbischen Wörter für die (zunächst) deutsche Erzählfassung zu übersetzen. Inzwischen gibt es sogar eine komplett serbische Version der danach entstandenen Geschichte: Version Serbisch

Die Aktion war und bleibt ein Experiment. Wie lassen sich all die so zusammengetragenen Wörter von Eindrücken aus der Natur dieser Erde aus verschiedenen Landschaften, Städten und Büchern zu einer Geschichte verbinden, die eben davon mit Fantasie erzählt: von der Vielfalt und dem Wunder der lebendigen Umwelt um uns herum?

Das Ergebnis ist dank der vielfältigen Inspirationen aller Mitmachenden pünktlich zum „Tag der Erde“ fertig geworden und lässt sich hier nun nachlesen mit der folgenden Geschichte vom “Schatz in der Wildnis” (Übersetzung s.o.): Schatz in der Wildnis

Weitere Praxis-Tipps und genauere Anleitungen zur Durchführung solcher kreativen Sprach- und Natur-Aktionen „vor der Haustür“ sind ab Mai 2020 als Arbeitshilfe hier zu finden: www.nachhaltig-erzaehlen.de

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